Fall 8 Raubmord – Wer ist der Täter?
Subtitel
Welches ist die Tatwaffe?
1. Einführung
Bei einem Raubüberfall schlägt der Täter mit einem schweren Metallgegenstand auf das Opfer ein. Bei der Obduktion der Leiche stellt die Pathologin fest, dass dabei seltenes und recht teures Wolframcarbid (eine Hartmetall-Legierung) verwendet wurde. Dieses zeichnet sich, wie der Name schon sagt, durch so enorme Härte aus, dass es einem Diamanten nicht wesentlich nachsteht (Härte auf der Mohs-Skala: 9.5). Wie Diamant kann auch Wolframcarbid deshalb nur durch Schleifen bearbeitet werden.
Man verwendet Wolframcarbid zum Beispiel für professionelle Werkzeuge, für die Kugeln in Kugelschreibern und für die Spitzen teurer Skistöcke.
Wolframcarbid (chemische Formel WC) besteht aus Kohlenstoff und Wolfram. Da Wolfram zu den dichtesten Metallen überhaupt gehört, hat Wolframcarbid, wenn es zu gleichen Teilen aus Kohlenstoff und Wolfram besteht, die ausserordentlich hohe Dichte von 15.6 kg/L (mindestens jedoch 14 kg/L).

Abbildung: Die Kristallstruktur von Wolframcarbid
2. Theorie: Das Archimedische Prinzip vom Auftrieb
Archimedes war einer der berühmtesten griechischen Denker. Er lebte von 285 bis 212 v.Chr. in der griechischen Stadt Syrakus auf Sizilien. Er hat das Hebelgesetz aufgestellt, Kriegsmaschinen erfunden und die Zahl Pi als erster recht genau berechnet.
Seine bekannteste Entdeckung, nämlich die des Auftriebs, machte er aufgrund seiner Freundschaft mit Hieron II., dem Tyrannen von Syrakus. Hieron wollte wissen, ob eine von einem Goldschmid gefertigte Krone wirklich aus reinem Gold war. Er bat Archimedes, den Goldgehalt der Krone zu überprüfen, ohne sie zu beschädigen. Archimedes dachte mehrere Tage lang über das Problem nach, aber er schien keine Lösung dafür zu finden.

Abbildung: Der Legende nach kam Archimedes die entscheidende Idee in der Badewanne
Eines Nachmittags, als Archimedes gerade ein Bad nahm, bemerkte er plötzlich, dass das Badewasser über den Rand der Wanne schwappte. Archimedes erkannte, dass die aus der Badewanne geflossene Wassermenge dem Volumen seines Körpers entsprach. Archimedes lief daraufhin in Gedanken versunken und völlig nackt „Heureka“ (Ich hab's!) rufend durch die Strassen von Syrakus.
Archimedes´ Erkenntnis war sehr zum Schaden des Goldschmieds: Die Krone bestand zum grossen Teil aus unedlem Metall. Hieron bestrafte ihn daraufhin mit dem Tod.
3. Aufgabe
Die Polizei hat zwei Verdächtige festgenommen, beide trugen eine mögliche Tatwaffe auf sich. Diese liegen dir nun hier im Labor vor. Bestimme deren Dichten mit Hilfe des archimedischen Prinzips und ermittle so, ob eine respektive welche davon aus Wolframcarbid besteht und daher als Tatwaffe in Frage kommt. Entscheide dann, ob der Besitzer der möglichen Tatwaffe 1 oder 2 der Mörder sein kann.
Tipp: Lege zuerst eine bestimmte Menge Wasser im Messzylinder vor.
4. Auswertung
Notiere die ermittelten Dichten der möglichen Tatwaffen und entscheide, ob deren Besitzer der Mörder sein kann.