Fall 3 Fingerabdrücke

Wie man Unsichtbares sichtbar macht

1. Einführung

Nach einem Einbruch sucht die Spurensicherung nach Fingerabdrücken. Diese sind zuerst oft gar nicht sichtbar, dazu braucht es erst geeignete Verfahren. Erst wenn die Fingerabdrücke gesichert sind, können sie mit der Datenbank von bekannten Kriminellen abgeglichen werden.

2. Theorie

In diesem Versuch machen wir mit Hilfe von physikalischen und chemischen Prozessen Fingerabdrücke sichtbar. Fingerabdrücke, die zwar vorhanden, von Auge aber unsichtbar sind, bezeichnet man als latente Fingerabdrücke.

Hintergrund: Schweiss besteht im Wesentlichen aus Wasser, anorganischen Salzen (vor allem Kochsalz), Aminosäuren, Harnstoff, organischen Säuren, Kreatinin und Fetten. Das in einem frischen Abdruck hinterlassene Wasser verdampft rasch oder wird vom Untergrund aufgesaugt. Es bleiben etwa 0.0001g einer klebrigen, kochsalzhaltigen, fettigen Masse mit einem hohen Anteil an organischen Verbindungen zurück.

 

3. Zwei verschiedene Nachweisvarianten

Vorgehen bei Fingerabdrücken

3.1 Vorgehen bei Fingerabdrücken auf Glas (Nachweis mit Pulver)

Zwei 150mL-Bechergläser werden im Abzug mit etwas Aceton gereinigt. Dazu wird etwas Küchenpapier mit dem Lösungsmittel Aceton benetzt, um die Oberfläche von allfälligen Spuren zu reinigen. Die Bechergläser sollten nur noch oben am Rande gehalten werden.
Auf die frisch gereinigte Oberfläche werden vier Daumenabdrücke (je zwei pro Person) gemacht. Dabei muss gar nicht allzu stark gedrückt werden, damit die Struktur der Linien nachher gut sichtbar wird. Falls die Hände sehr trocken sind, diese erst kurz an der Stirn (am Haaransatz) reiben.

Mit dem Spezialpinsel trägt man nun eine winzige Menge Fingerabdruckpulver auf die unsichtbaren Daumenabdrücke auf. Überschüssiges Pulver wird über Papier oder einer Schale abgeklopft und wenn nötig weggepustet oder mit wenig Druckluft abgeblasen.
Wenn der Fingerabdruck gut sichtbar ist, macht ein Foto davon. Wenn eure Klasse einen online Chemie-Kanal hat, so könnt ihr es dort hochladen.

Andernfalls (oder zusätzlich) wird mit einer dünnen Klebefolie ein Abzug davon gemacht und dieser auf ein Blatt geklebt.

 

3.2 Fingerabdrücke auf Papier (Nachweis mit Iod)

Anders als auf glatten Oberflächen, funktioniert der Nachweis mit Pulver auf Papier nicht. Es gibt jedoch Alternativen:

Nimm einen Streifen neues, weisses Papier (ca. 2x4 cm) und drücke einen Finger gut und fest drauf, um einen (natürlich noch unsichtbaren) Abdruck zu hinterlassen. Pro Person macht ihr jeweils 1-2 Streifen. Danach werden alle Streifen zusammen in das Iod-Glas gegeben.
Iod hat die Eigenschaft, zu sublimieren. Da Iod-Dämpfe giftig sind, wenn möglich im Abzug arbeiten und das Gefäss jeweils gleich wieder schliessen. Nach einigen Minuten werden die Fingerabdrücke sichtbar.

Das jeweils beste Resultat der Papierstreifen wird fotografiert und für später gespeichert.

4. Auswertung

Auswertung zu Fingerabdrücke auf Glas:

4.1.    Auswertung zu Fingerabdrücke auf Glas:

Wie und weshalb wird der Fingerabdruck sichtbar? Beantworte folgende Fragen:

Auswertung zu Fingerabdrücke auf Papier

 

4.2.    Auswertung zu Fingerabdrücke auf Papier

Beantworte nun auch noch die Fragen zum Iod-Versuch: