Fall 13 DNA: Verräterische Mikrospuren

Über Vaterschaftstests und das Finden von Mördern

Über Vaterschaftstests und das Finden von Mördern 

1. Einführung

In einem Nachtclub kommt es zu einem Streit, in dessen Verlauf ein Besucher dem andern sein Glas mit dem Drink ins Gesicht schlägt. Mit gravierenden Schnittverletzungen im Gesicht bricht das Opfer bewusstlos zusammen und der Täter kann im Durcheinander entkommen. Aufgrund der vagen und teilweisen widersprüchlichen Täterbeschreibungen von Zeugen, kommen mehrere Tatverdächtige in Frage.

Abbildung: DJ Turntable in einem Nachtclub (Pexels)
 

Für das kriminaltechnische Labor ist es ein Leichtes, aus diesen den richtigen Täter zu identifizieren: Auf den Scherben des Glases, aus dem der Täter vorher getrunken hatte finden sich DNA-Spuren, die mit den Verdächtigen abgeglichen werden können.

2. Theorie

Seit 1985 steht den Kriminalisten ein neues, unglaublich aussagekräftiges und sicheres Hilfsmittel zur Verfügung: der DNA Fingerprint. Damit lassen sich kleinsten Spuren wie Speichelreste an einem Zigarettenstummel, einem einzelnen Haar oder einer Hautschuppe einer Person zuordnen. Voraussetzung ist allerdings, dass von der verdächtigen Person eine Vergleichsprobe vorliegt, sprich: man muss also schon einen Verdächtigen haben.

Ausserdem lässt sich mit dieser Methode auch mit sehr hoher Sicherheit die Elternschaft belegen (Vater- resp. Mutterschaftstest).

Als Ausgangsmaterial dienen dabei DNA-Abschnitte, die sich zwischen Genen befinden. Da diese somit nicht eine bestimmte DNA-Basenfolge haben müssen, sind sie bei allen Personen sehr unterschiedlich. Sogenannte Restriktionsenzyme zerschneiden diese DNA immer dann, wenn eine bestimmte Basenfolge vorkommt.
So entstehen „DNA-Bruchstücke“ von zufälliger Länge. Diese Stücke lassen sich nun chromatographisch nach ihrer Länge auftrennen. So entsteht ein Linienmuster, das für jeden Menschen völlig individuell ist. Die Ausnahme sind eineiige Zwillinge.

Der Name Fingerprint (engl. Fingerabdruck) kommt daher, dass dieses Linienmuster - wie ein Fingerabdruck - mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einer bestimmten Person zugewiesen werden kann, aber keine Rückschlüsse über deren Persönlichkeit oder Merkmale erlaubt. Dies ist ein wichtiger Unterschied zur Gen-Analyse der DNA!

 

Abbildung: DNA (OpenClipart-Vectors)


2.1 Die Gel-Elektrophorese

Die Trennmethode der Wahl ist hier die sogenannte Gel-Elektrophorese, eine Technik, um grosse Moleküle zu trennen. Heute ist sie in der Biochemie und Molekularbiologie für die Trennung von Proteinen, DNA und RNA unabdingbar.

Setzt man geladene Moleküle einem elektrischen Feld aus, wandern sie entsprechend ihrer Ladung zum positiven (= Anode) oder negativen Pol (= Kathode). Mit DNA geht dies sehr gut, denn diese ist schon an sich stark negativ geladen und wandert deshalb immer zum Pluspol.

 


Abbildung: Prinzip einer DNA-Gel-Elektrophorese

3. Aufgabe

Aufgabe zum DNA-Fingerprint

Diese Methode ist deshalb so erfolgreich, weil man mit ihr - wie bei den richtigen Fingerabdrücken - Datenbanken anlegen kann. So erfassen gewisse Länder jeden straffällig gewordenen Täter. Sollte er rückfällig werden und beim Verbrechen eine DNA-Spur hinterlassen, so kennt man sofort seine Identität.

Beantworten Sie dazu die folgenden Fragen im Quiz:

4. Auswertung: Quiz